HS-NB  I  Startseite  I  Inhalt  I  Impressum  I  Lage  I  Kontakt
IUGR  >  Studienarchiv Umweltgeschichte

 

Das IUGR e.V. betreibt seit 1991 das „Studienarchiv Umweltgeschichte“. Hintergrund seiner Entstehung war die Erfahrung, dass zur Wendezeit in vielen Orten der DDR Einrichtungen, Gruppierungen und Institutionen, die im Bereich des Natur- und Umweltschutzes arbeiteten, aufgelöst wurden, in andere Zusammenhänge überführt und eingeordnet wurden und sich damit verbunden oft die Frage nach dem Verbleib der Unterlagen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte stellte. Das Studienarchiv verstand sich als Antwort darauf und sollte als Ort der Bewahrung möglichst viele Unterlagen vor der teilweisen oder kompletten Vernichtung bewahren. 

Mittlerweile hat sich das Studienarchiv zur umfangreichsten Sammlung zur ostdeutschen Umwelt- und Naturschutzgeschichte entwickelt. Die Sammlung basiert auf Schenkungen von aktuell 535 Privatpersonen, Einrichtungen und Gruppen, die hauptberuflich und/oder ehrenamtlich im Umwelt- und Naturschutz der DDR aktiv waren.

Umfang der Bestände
Das Studienarchiv Umweltgeschichte umfasst zum einen eine umfangreiche Bibliothek mit 15.000 erschlossenen Bänden Monografien sowie über 25.000 Einzelheften aus mehr als 1.000 Titeln von Zeitschriften und zeitschriftenartigen Reihen. Zum anderen gehört zum Studienarchiv ein ebenfalls umfangreicher Bestand an Archivalien. Zu den Archivalien zählt sowohl Schriftgut (Akten, Schriftwechsel, persönliche Arbeitsunterlagen und Notizen, Protokolle, Berichte, Manuskripte …) als auch Sammlungsgut (Fotos, Dias, Plakate, Medaillen, Ehrenzeichen, Wimpel, Schilder …). Der Archivalienbestand umfasst insgesamt ca. 300 Einzelbestände mit einem Gesamtumfang von derzeit ca. 300 laufenden Metern, von denen aktuell 120 laufende Meter in erschlossener Form und somit recherchierbar verfügbar sind. 

Inhaltliche Schwerpunkte
Das Studienarchiv beinhaltet Materialien zu den Schwerpunkten:

  • Heimat- und Naturschutz, Heimatgeschichte vor 1945,
  • Umwelt- und Naturschutz, Heimatgeschichte und Denkmalpflege in der DDR (Natur- und Heimatfreunde, Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR und andere),
  • Umwelt- und Naturschutz, Heimatgeschichte und Denkmalpflege seit 1990 in den neuen Bundesländern.

Sammeln, bewahren und forschen
Charakteristisch für die Arbeit des Studienarchivs ist, dass sich diese nicht auf das bloße Sammeln und Archivieren beschränkt. Zum einen ist das Archiv Grundlage für eigene Forschungsarbeiten zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes in der DDR. Eine ganze Reihe von Symposien, Fachtagungen und Veröffentlichungen ist Beleg für einen aktiven Umgang mit dem Studienarchiv und seinem Umfeld. Zum anderen wird durch verschiedene Aktivitäten ein umfangreiches Netzwerk von Historikerinnen und Historikern, Spenderinnen und Spendern sowie kooperierenden Einrichtungen betreut.

Über die Aufarbeitung der Geschichte, die wir gemeinsam mit west- und ostdeutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter Einbeziehung zahlreicher Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Umwelt- und Naturschutzes betreiben, wollen wir zum Zusammenwachsen von Ost und West in Deutschland beitragen.
Das Studienarchiv Umweltgeschichte bietet der Forschung und Lehre Quellen und Dokumente und es bietet die Möglichkeit zum streitbaren Gespräch, zum Diskutieren über die Erfahrungen, die die Menschen aus der DDR bzw. Ostdeutschland mitbrachten und mitbringen.