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Erschließung des Naturschutzarchivs Mecklenburg-Vorpommern

Im Rahmen eines Projekts wurde das (ehemals) beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG M-V) lagernde Naturschutzarchiv Mecklenburg-Vorpommern erschlossen. Die Arbeiten wurden durch den Archivar Andreas Grape im Zeitraum von September bis Dezember 2008 durchgeführt. Als Ergebnis der Arbeiten ist ein Findbuch zum Bestand entstanden.
 
Die Zusammensetzung des nach der Erschließung ca. 11 laufende Meter umfassenden Archivs entspricht dem Gang der historischen Ereignisse im Politikfeld Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Es enthält Unterlagen aus den Phasen

  • vor 1945: Der Landesbeauftragte für Naturschutz in Mecklenburg / Landesstelle für Naturschutz Mecklenburg,
  • 1946-1953: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin / Landesstelle für Naturschutz Mecklenburg (-Vorpommern) / Leitende Naturschutzstelle für Mecklenburg,
  • 1954-1991: Institut für Landschaftsforschung und Naturschutz (ILN), Arbeitsgruppe Greifswald (zuständig für die 3 Nordbezirke der DDR).

Die Landesstelle für Naturschutz Mecklenburg wurde aufgrund des Reichsnaturschutzgesetzes von 1935 gebildet und vom Landesbeauftragten für Naturschutz, Georg von Arnswaldt, geleitet. Arnswaldt war bereits seit 1929 mit dem Amt eines Denkmalpflegers für Natur- und Landschaftsdenkmale im Landesamt für Denkmalpflege Mecklenburg betraut worden. Vom 22.02.1947 bis zur Gebiets- und Verwaltungsreform 1952 bestand in Mecklenburg eine Leitende Naturschutzstelle beim Landesamt für Denkmalpflege, deren Leiter Prof. Dr. Robert Bauch/Rostock wurde. Es gelang damals, drei Bezirkskonservatoren für Naturschutz zu gewinnen, Friedrich Hausmann für Westmecklenburg, Karl Bartels für Ostmecklenburg und Werner Berthold für Vorpommern. 1950 wurde Friedrich Hausmann das Sachgebiet Naturschutz im Landesamt für Denkmalpflege nebenamtlich übertragen. Hausmann war die integrierende Persönlichkeit für den Naturschutz in der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg. Vermutlich ist es seinem Wirken zu verdanken, dass Unterlagen aus den ersten beiden o.g. Phasen des Naturschutzes im heutigen Naturschutzarchiv überliefert sind.

Mit der Gebiets- und Verwaltungsreform hörte die Landesstelle für Naturschutz auf zu existieren. Die Archivbestände gingen über das Ministerium für Land und Forst in die Hände der 1954 gebildeten Arbeitsgruppe Greifswald unter dem Dach des 1952 gegründeten Instituts für Landschaftsforschung und Naturschutz in Halle/Saale über und wurden dort für die tägliche Arbeit genutzt. Die archivalischen Zeugnisse aus der Arbeit des ILN, das bis 1991 bestand, bilden den größten Teilbestand des LUNG-Naturschutzarchivs.

Das Naturschutzarchiv wird um einige Teilbestände, die ehemals von Räten der Bezirke Neubrandenburg und Rostock bzw. von Naturschutzstationen stammen, ergänzt.

Das Projekt wurde unterstützt mit Mitteln der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung, der Hochschule Neubrandenburg und des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern.